Diese Anleitung erklärt, wie Du Datensätze anlegst — Personen, Familien, Ereignisse, Orte, Quellen, Zitate. Sie ist die Begleiterin zum Bedienungs-Handbuch, das erklärt, wie etwas angeschaut wird.
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| Was ich jetzt tun will | Wohin |
|---|---|
| Eine neue Person eintragen (Vorfahr, Geschwister, Kind) | Kap. 05 Personen + Kap. 04 Reihenfolge |
| Eine Heirat eintragen | Kap. 19 Walk-Through Standardfamilie |
| Eine Geburtsurkunde verarbeiten | Kap. 10 Quellen + Kap. 11 Zitate & Konfidenz |
| Ein Familienbuch / Stammbuch ablegen | Kap. 22 Walk-Through Familienbuch |
| Ein Fotoalbum (PDF) einarbeiten | Kap. 14 Album-Workflow |
| Ein uneheliches Kind eintragen (Vater unbekannt) | Kap. 20 Walk-Through Uneheliches Kind |
| Eine zweite Ehe / Patchwork-Familie eintragen | Kap. 21 Walk-Through Patchwork |
| Einen Beruf eintragen | Kap. 03 Person vs. Familie |
| Einen Wohnort eintragen | Kap. 08 Reisen vs. Aufenthalte |
| Einen Schul- oder Studienabschluss eintragen | Kap. 09 Abschlüsse |
| Eine Reise/Urlaub eintragen | Kap. 08 Reisen vs. Aufenthalte |
| Einen Brief oder eine Postkarte einarbeiten | Kap. 10 Quellen |
| Eine offene Recherchefrage festhalten | Kap. 16 Aufgaben |
| Etwas notieren, was in kein Feld passt | Kap. 15 Notizen |
| Historischen Hintergrund einarbeiten | Kap. 18 Hintergrundquellen |
| Einen neuen Ort anlegen | Kap. 06 Orte |
| Dateinamen für Upload vorbereiten | Kap. 13 Medien & Dateinamen |
| Eine Geburtsurkunde Schritt für Schritt ablegen | Kap. 23 Walk-Through Urkunde |
| Einen Brief mit Volltext-Transkription erfassen | Kap. 24 Walk-Through Brief |
| Ein mündliches Gespräch als Quelle anlegen | Kap. 25 Walk-Through Erzählung |
| Widersprüchliche Quellen behandeln | Kap. 27 Sonderfälle Quellen |
| Eine Adoption, Vormundschaft oder Namensänderung eintragen | Kap. 26 Sonderfälle Familien |
| Wohnorte auf der Karte anzeigen | Kap. 28 Karten-Ansichten |
| Mich vergewissern, dass alles korrekt ist | Kap. 32 Checkliste |
Diese drei Prinzipien tauchen in jedem Teil des Handbuchs in unterschiedlicher Form wieder auf. Wer sie verinnerlicht hat, hat das Wesentliche begriffen — alles Weitere sind Anwendungsfälle.
Wenn Gramps Web ein Feld für etwas hat (Ort, Datum, Beruf, Beziehungstyp), gehört der Wert dort hinein — nicht in eine Notiz. Felder sind filterbar, Notizen nicht.
Wenn ein Ort heute anders heißt als 1906, wird der heutige Name Hauptname, der historische ein Alternativname. So bleibt die Datenbank zeitunabhängig stabil — auch wenn sich Stadtgrenzen oder Ländernamen ändern.
Jedes Objekt (Person, Ort, Quelle, Medium) gibt es genau einmal im System. Mehrfachverwendung erfolgt über Verknüpfung, nicht über Kopie. Der Brief wird einmal als Quelle angelegt und an zwanzig Zitate verknüpft — nicht zwanzigmal angelegt.
Wenn Du in einem Feld eine Information eintippst, die später in einem Filter, einer Karte oder einer Statistik auftauchen soll — dann gehört sie ins richtige Feld, nicht in eine Notiz.
Damit die Tabellen und Walk-Throughs durchgängig nachvollziehbar bleiben, arbeiten wir mit einer kleinen erfundenen Familie. Sie ist so konstruiert, dass alle wichtigen Fälle einmal vorkommen: Standard-Ehe, uneheliches Kind, spätere zweite Ehe (Patchwork), unbekannter Vorfahr.
Hermann Müller (*1898 Lindendorf) ⚭ Auguste Schneider (*1901)
│ ▲ Vater unbekannt — Sonderfall: leere Eltern-Slots
│
├── Klara Müller (*1944) ⚭ Friedrich Schmidt (*1940)
│ │
│ ├── Stefan Schmidt (*1968)
│ └── Andreas Schmidt (*1971)
│
└── Elisabeth Müller (*1936)
│
├── Thomas Müller (*1958, unehelich) ◀ Sonderfall A
│
⚭ Werner Bruns (Heirat 1962) ◀ Sonderfall B
├── Karin Bruns (*1963)
└── Petra Bruns (*1965)
Sonderfall A — Thomas wird unehelich geboren, behält den Mädchennamen seiner Mutter (Müller). Vater nicht ermittelt.
Sonderfall B — Elisabeth heiratet später Werner Bruns. Karin und Petra sind Halbgeschwister von Thomas.
Die Beispielnamen und -orte sind frei erfunden — sie dürfen problemlos durch echte Daten ersetzt werden.
In Gramps Web gibt es zwei Arten von Ereignissen: solche, die einer einzelnen Person passieren, und solche, die eine Beziehung betreffen. Diese Unterscheidung ist die Quelle der häufigsten Verwirrung — sobald sie sitzt, klappt fast alles andere von selbst.
| An die PERSON | An die FAMILIE | Hinweis |
|---|---|---|
| Geburt | — | Geburt = Ereignis des Kindes, nicht der Eltern. Eltern-Verknüpfung läuft über die Familie. |
| Taufe | — | Auch wenn die Eltern dabei sind: Hauptperson ist der Täufling. |
| Tod | — | Bestattung als separates Ereignis möglich. |
| Bestattung / Beisetzung | — | Ort und Datum oft anders als Tod. |
| Beruf / Beschäftigung | — | Pro Tätigkeit ein Ereignis mit Zeitraum. |
| Wohnsitz (Aufenthalt) | — | Ab 3 Monaten Lebensmittelpunkt. Datumsbereich von–bis. |
| Reise / Urlaub | — | Mit allen Mitreisenden als Teilnehmer — ein Ereignis, viele Personen. |
| Schulabschluss / Studium | — | Nur eine Hauptperson, keine Teilnehmer. |
| Konfirmation / Erstkommunion | — | Eigenes Ereignis, Hauptperson ist der Konfirmand. |
| Militärdienst, Auszeichnung | — | Auch Kriegsgefangenschaft, Verwundungen. |
| Namensänderung | — | Pro Urkunde ein Ereignis. |
| — | Heirat (standesamtlich) | Datum, Ort und Standesamt-Nummer als Quelle. |
| — | Kirchliche Trauung | Eigenes Ereignis zur selben Familie. |
| — | Verlobung | Wenn dokumentiert. |
| — | Scheidung / Trennung | Datum, Gericht, Aktenzeichen. |
| — | Beginn Lebenspartnerschaft | Falls keine Heirat, aber dokumentierte Partnerschaft. |
| — | Adoption (an Adoptivfamilie) | Sonderfall — siehe Walk-Through Kapitel 23. |
Häufige Annahme: „Ich lege die Geburt der Kinder an der Familie an.“ — Nein. Die Familie verbindet Eltern und Kind über die Eltern-Kind-Beziehung (Beziehungstyp Birth). Das Geburts-Ereignis selbst hängt am Kind. Wer es trotzdem an der Familie anlegt, taucht später in Berichten und Statistiken an unerwarteten Stellen auf.
Bei einer neuen Generation gehst Du Person für Person vor, statt erst alle Personen leer anzulegen und später nochmal aufzumachen. So sparst Du Klickwege und vermeidest leere Datensätze.
| # | Schritt | Was Du dabei tust |
|---|---|---|
| 1 | Orte vorbereiten | Geburts- und Wohnorte hierarchisch anlegen (Land → Region → Stadt → Stadtteil). Mit Koordinaten, sonst keine Kartenanzeige. Einmal angelegt, immer referenziert. |
| 2 | Aufbewahrungsort anlegen (falls neu) | Standesamt, Stadtarchiv, Privatbesitz etc. Einmalig mit Adresse + Kontakt anlegen, dauerhaft nutzen. |
| 3 | Quelle anlegen | Z. B. Geburtsurkunde, Heiratsurkunde, Familienbuch. Pflicht: Titel, Aufbewahrungsort, ggf. Scan in der Galerie. Etikett Q-Belegt. |
| 4 | Person anlegen | Namensfelder einzeln (Vorname / Rufname / Geburtsname). Geschlecht setzen. Bei Unbekanntem: leer lassen, NIE „NN“ eintippen. |
| 5 | Geburt-Ereignis an die Person | Datum, Ort (aus Schritt 1), Quelle/Zitat (aus Schritt 3), Konfidenz, Etikett. |
| 6 | Weitere Person-Ereignisse | Tod, Beruf, Wohnsitze, Abschlüsse — alles direkt an der Person. |
| 7 | Familie anlegen | Erst wenn beide Partner als Personen existieren. Beziehungstyp NIE leer lassen (Verheiratet / Unverheiratet / Lebenspartnerschaft). |
| 8 | Heirats-Ereignis an die Familie | Datum, Ort, Quelle. Bei Bedarf zweites Ereignis „Kirchliche Trauung“ an derselben Familie. |
| 9 | Kinder als Personen anlegen | Jedes Kind ist eine eigene Person — mit eigener Geburt, eigenem Geburtsort usw. |
| 10 | Kinder mit der Familie verknüpfen | In der Familie: Kind hinzufügen, Beziehungstyp Birth EXPLIZIT setzen. Gramps setzt das nicht automatisch — leer = Unknown. |
Wenn Dir bei einem Schritt etwas fehlt (z. B. die Quelle ist noch nicht digitalisiert), trag die Information trotzdem ein und setze ein R-Etikett (R1-Eingang oder R5-Zu prüfen). So bleibt der Recherchefaden sichtbar.
Gramps Web trennt Vornamen, Rufnamen, Familiennamen, Titel und Suffixe in eigene Felder. Bitte konsequent füllen — niemals alle Bestandteile in das Vornamen-Feld kippen.
| Feld | Inhalt | Beispiel |
|---|---|---|
| Titel | Akademischer / Adelstitel | Dr., Prof., Frhr. |
| Vornamen | Alle Vornamen, durch Leerzeichen getrennt | Anna Maria Charlotte |
| Rufname | Der tatsächlich verwendete Vorname | Charlotte |
| Familienname | Aktueller Familienname | Schmidt |
| Geburtsname | Bei Personen mit Heiratsnamen — separat erfasst | Müller |
| Suffix | Generationsangabe | Jr., II. |
| Gut | Schlecht |
|---|---|
| Vornamen: Auguste Wilhelmine · Rufname: Auguste · Familienname: Müller · Geburtsname: Schneider | Vornamen: Auguste M. (geb. Schneider) — alles in ein Feld |
| Vornamen: Hermann Friedrich · Rufname: Hermann · Familienname: Müller | Vornamen: Hermann Müller · Familienname: (leer) |
Immer setzen — auch wenn aus dem Namen ableitbar. Wird für statistische Funktionen und für die Stammbaum-Anzeige gebraucht. Bei Unbekannt → „Unbekannt" auswählen (nicht leer lassen).
Orte sind der häufigste Stolperstein, weil sie historisch oft mehrfach umbenannt wurden und gleichzeitig hierarchisch erfasst werden müssen.
Gramps Web erlaubt eine Eltern-Kind-Hierarchie von Orten:
Land
└── Bundesland / Region / Provinz
└── Landkreis / Region
└── Stadt
└── Stadtteil / Ortsteil
└── Straße + Hausnummer (nur bei besonderer Relevanz)
Jeder Ort wird einmal angelegt und kennt seinen übergeordneten Ort als „Enthalten in". Wenn später eine weitere Person in Musterstadt-Süd geboren wird, verweist sie auf denselben Ort — keine Neuanlage.
Bei Orten, die ihren Namen geändert haben (typisch für ehemalige Ostgebiete, umbenannte Stadtteile):
Beispiel Lindendorf (früher Lindenau):
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Hauptname | Lindendorf |
| Land/Region | Beispielland, ehemalige Ostprovinz |
| Alternativname 1 | Lindenau (deutsch, vor 1945) |
| Koordinaten | 53.5° N, 18.3° E |
Bei einem Ereignis aus dem Jahr 1898 wird der aktuelle Hauptname referenziert. Im Ereignis-Beschreibungsfeld kann der zeitgenössische Name als Hinweis stehen.
Für Orte, die auf der Karte erscheinen sollen, sind Koordinaten (Breitengrad, Längengrad) erforderlich. Gramps Web kann sie meist automatisch aus OpenStreetMap vorschlagen. Orte ohne Koordinaten erscheinen nicht auf der Karte.
Ereignisse sind das Rückgrat der Datenbank. Geburt, Heirat und Tod sind die Standard-Fälle — daneben gibt es Reisen, Abschlüsse, Wohnsitze und viele andere. Für alle gelten gemeinsame Grundregeln.
Wenn mehrere Familienmitglieder gemeinsam an einem Ereignis teilnehmen (Reise, Familienfeier, Konfirmation eines Kindes), ist das ein Ereignis, nicht mehrere.
In Gramps Web legst Du das Ereignis genau einmal an. In der Detailansicht werden die beteiligten Personen als Teilnehmer verknüpft. Wenn Du auf eine der Personen klickst, taucht das Ereignis in ihrer Ereignisliste auf — derselbe Datensatz, nur aus ihrer Perspektive.
Niemals pro Person ein eigenes Ereignis anlegen. Niemals dieselben Fotos mehrfach hochladen. Niemals den Ort zweimal in der Ortsliste erfassen.
Gramps Web versteht verschiedene Datums-Schreibweisen:
| Schreibweise | Bedeutung |
|---|---|
15.06.1992 | Exaktes Datum |
Juni 1992 | Monat und Jahr bekannt |
1992 | Nur Jahr bekannt |
um 1944 | Ungefähr, ±2 Jahre |
vor 1944 | Frühestens-Grenze |
nach 1944 | Spätestens-Grenze |
zwischen 1920 und 1925 | Zeitspanne |
von 03.1955 bis 08.1957 | Datumsbereich (Aufenthalte, Reisen) |
Gramps Web erkennt das Format und stellt es in der Anzeige in deutscher Konvention dar.
Jedes Ereignis bekommt mindestens eine Quelle mit Zitat — auch bei mündlicher Überlieferung. Quellen und Zitate sind in den Kapiteln 12 und 13 ausführlich behandelt.
Beide Ereignistypen sehen ähnlich aus, sind aber strikt zu trennen: Reise = vorübergehender Urlaub. Aufenthalt = Lebensmittelpunkt.
| Reise | Aufenthalt (Residence) | |
|---|---|---|
| Faustregel | ab 1 Woche ODER mit Fotoalbum/Erinnerung | ab 3 Monaten Lebensmittelpunkt |
| Ereignistyp | Reise (benutzerdefiniert) | Aufenthalt |
| Datum | Datumsbereich von–bis | Datumsbereich von–bis |
| Teilnehmer | Alle Mitreisenden — ein Ereignis, viele Personen | Nur die Hauptperson |
| Benennung | „Reise nach [Ort], [Saison] [Jahr]" | „Aufenthalt [Ort], [Jahr]–[Jahr]" |
| Galerie | 5–15 Fotos, Bildunterschriften | Belegfoto, Meldekarte, etc. |
| Gut | Schlecht |
|---|---|
| Reise nach Dänemark, Sommer 1985 | Dänemark 1985 (zu knapp) |
| Reise nach Bayern, Pfingsten 1992 | Sommerurlaub Dänemark (kein Jahr) |
| Reise nach Italien (Toskana), Sommer 2003 | Urlaub mit Oma und Opa (keine Ortsangabe) |
Eine Person hat in 80 Jahren oft 8–12 verschiedene Wohnorte. Faustregel: Jeder Lebensmittelpunkt, der länger als drei Monate gedauert hat.
| Quelle | Belegt | Konfidenz |
|---|---|---|
| Meldebescheinigung / Einwohnermeldeamt | Exakter Wohnsitz mit Datum, amtlich | Sehr hoch |
| Adressbuch (historisch) | Wohnsitz mit Adresse zum Erscheinungsjahr | Hoch |
| Briefumschlag-Absender | Wohnsitz zum Briefdatum | Hoch |
| Eintrag im Familienbuch | Wohnsitz zum Eintragsdatum | Hoch |
| Mündliche Erinnerung | Ungefährer Wohnsitz und Zeitraum | Normal |
| Vermutung aus Geburtsort eines Kindes | Wahrscheinlicher Wohnsitz | Niedrig |
Bildungs- und Berufsabschlüsse haben in Gramps Web vordefinierte Ereignistypen — bitte keine eigenen erfinden.
| Lebenssituation | Ereignistyp in Gramps |
|---|---|
| Abitur, Mittlere Reife, Hauptschulabschluss | Schulabschluss |
| Bachelor, Master, Diplom, Magister, Staatsexamen | Studienabschluss |
| Promotion, Habilitation | Akademischer Grad |
| Geselle, Meister, Berufsschulabschluss | Berufsausbildung |
| Feld | Hinweis |
|---|---|
| Ereignistyp | Schulabschluss / Studienabschluss / Akademischer Grad / Berufsausbildung |
| Datum | Datum des Zeugnisses (genau, falls Urkunde vorhanden) |
| Ort | Schule oder Hochschule als referenzierter Ort |
| Beschreibung | Optional: Note, Fachrichtung, Schwerpunkt |
| Hauptperson | EINE Person — bei Abschlüssen nicht mehrere Teilnehmer |
| Galerie | Foto des Zeugnisses |
| Quelle / Zitat | Eigene Quelle „Zeugnis [Name] [Abschluss] [Jahr]" mit Zitat |
Eine Quelle ist das Dokument (Urkunde, Brief, Buch, Foto), aus dem Du Informationen gewinnst. Eine Quelle wird genau einmal angelegt — alle abgeleiteten Aussagen werden über Zitate damit verknüpft.
| Quellentyp | Titel-Format | Beispiel |
|---|---|---|
| Urkunde | [Typ] [Name], [Jahr] | Geburtsurkunde Klara Müller, 1944 |
| Brief | Brief [von] an [bis], [Datum] | Brief Auguste Müller an Klara, 14.01.1955 |
| Postkarte | Postkarte [von] an [bis], [Datum] | Postkarte Auguste Müller an Klara, 13.03.1957 |
| Erzählung | Erzählung [Person], [Datum], [Thema] | Erzählung Klara Schmidt, 09.05.2026, Kindheit im Heim |
| Album | Album [Farbe/Name] | Album GRÜN |
| Einzelfoto (freistehend) | Foto [Inhalt], [Jahr] | Foto Familie Müller Jahrmarkt, ca. 1948 |
| Buch | [Nachname]: [Kurztitel], [Jahr] | Mayer: Ostprovinzen, 1998 |
| Standesamtsauskunft | Standesamt [Ort], Auskunft [Datum] | Standesamt Musterstadt-Mitte, Auskunft 03.05.2026 |
| Kirchenbuch | Kirchenbuch [Konf.] [Ort], Bd., Eintrag [Jahr] | Kirchenbuch ev. Lindendorf, Bd. III, Eintrag 1898 |
| Internet | [Plattform]: [Inhalt], aufgerufen [Datum] | Ancestry: Hermann Müller, aufgerufen 04.05.2026 |
| Hintergrund | [Thema], [Zeitraum] | Flucht und Vertreibung 1944–1946 |
| Feld | Pflicht? | Inhalt |
|---|---|---|
| Titel | Ja | Nach obiger Konvention |
| Autor | Wenn bekannt | Bei Urkunden: ausstellende Behörde |
| Veröffentlichungsdatum | Wenn bekannt | Datum der Quelle selbst, nicht der Konsultation |
| Aufbewahrungsort | Ja | Siehe Kapitel 14 |
| Medien | Wenn vorhanden | Foto / Scan des Originals |
| Notiz | Optional | Kontext, Auffälligkeiten, Lesehinweise |
Ein Brief ist eine Quelle, auch wenn er fünf verschiedene Fakten belegt. Für jeden Fakt wird ein Zitat angelegt, das auf dieselbe Quelle verweist. Niemals den Brief mehrfach als Quelle anlegen.
Wenn Du später eine bessere Transkription eines Briefes anfertigst und sie an die Quelle hängst, profitieren automatisch alle 20 Zitate. Das ist die Belohnung für saubere Trennung von Quelle und Zitat.
Ein Zitat ist die konkrete Fundstelle in einer Quelle, die einen einzelnen Fakt belegt. Es enthält Quellenangabe + Detailverweis + Konfidenz.
| Feld | Inhalt | Beispiel |
|---|---|---|
| Quelle | Verknüpfung zur Quelle | Brief Auguste Müller an Klara, 14.01.1955 |
| Datum der Einsichtnahme | Wann wurde die Quelle gelesen | 09.05.2026 |
| Seite / Fundstelle | Wo in der Quelle | Seite 2, Absatz 3 / Foto 7 im Album |
| Konfidenz | Sehr hoch / Hoch / Normal / Niedrig / Sehr niedrig | Sehr hoch (Original eingesehen) |
| Direktes Zitat | Optional: wörtlicher Ausschnitt | „Klara ist gut angekommen in Sonnental." |
| Stufe | Wann setzen |
|---|---|
| Sehr hoch | Originaldokument einer offiziellen Stelle eingesehen (Urkunde, Kirchenbuch). |
| Hoch | Gut beglaubigte Kopie, mehrere unabhängige Quellen bestätigen. |
| Normal | Eine zuverlässige Quelle, plausibel. |
| Niedrig | Mündliche Überlieferung ohne unabhängige Bestätigung. |
| Sehr niedrig | Vermutung, Schlussfolgerung, widersprüchliche Quellen. |
Aus dieser einen Urkunde entstehen mehrere Zitate, jedes an einer anderen Stelle:
| Belegte Aussage | Wo das Zitat hingehört |
|---|---|
| Geburtsdatum 12.01.1944 | Person Klara → Ereignis Geburt → Datum |
| Geburtsort Musterstadt | Person Klara → Ereignis Geburt → Ort |
| Mutter Auguste Müller geb. Schneider | Beziehung Klara–Auguste |
| Vater Hermann Müller | Beziehung Klara–Hermann |
| Geburtsname Schneider für Auguste | Person Auguste → Geburtsname |
Der physische oder digitale Ort, an dem eine Quelle liegt. Wird einmal angelegt und von beliebig vielen Quellen referenziert.
| Typ | Format | Beispiel |
|---|---|---|
| Standesamt | Standesamt [Stadt/Bezirk] | Standesamt Musterstadt-Mitte |
| Stadtarchiv | Stadtarchiv [Stadt] | Stadtarchiv Marktbach |
| Landesarchiv | Landesarchiv [Region], [Standort] | Landesarchiv Musterregion, Marktbach |
| Kirchenarchiv | Kirchenarchiv [Konf.] [Stadt] | Kirchenarchiv ev. Marktbach |
| Bundesarchiv | Bundesarchiv [Standort] | Bundesarchiv Musterstadt |
| Privatbesitz | Privatbesitz [Vorname Nachname] | Privatbesitz Andreas Schmidt |
| Online-Plattform | [Plattform-Name] | Ancestry / FamilySearch |
Beim Aufbewahrungsort werden Adresse, Webseite, Ansprechpartner und ggf. Gebühren hinterlegt. So muss beim nächsten Mal nicht wieder recherchiert werden, wie das Archiv erreichbar ist.
Gramps Web zeigt Dateinamen in vielen Listen und Berichten. Saubere Dateinamen vor dem Hochladen sparen später viel Aufräum-Arbeit.
[TYP]_[BESCHREIBUNG]_[DATUM].endung
| Typ-Kürzel | Wofür | Beispiel-Dateiname |
|---|---|---|
| Urkunde | Urkunden (Geburt, Heirat, Tod, Namensänderung) | Urkunde_GeburtKlaraMueller_1944-01-12.jpeg |
| Brief | Brief / Postkarte | Brief_AugusteAnKlara_1955-01-14_S1.jpeg |
| Postkarte | Wie Brief, anderer Kontext | Postkarte_AugusteAnKlara_1957-03-13.jpeg |
| Stammbuch | Familienstammbuch (Seiten) | Stammbuch_Schmidt-Mueller_S01.jpeg |
| Foto | Frei stehendes Einzelfoto | Foto_HermannMueller_1898.jpeg |
| AlbumGRUEN / AlbumBRAUN | Foto aus einem konkreten Album | AlbumGRUEN_FamilieMueller_S07.jpeg |
| Zeugnis | Zeugnis / Diplom | Zeugnis_StefanSchmidt_Abitur_1986.jpeg |
| Karte | Landkarte / Stadtplan | Karte_Lindendorf_um1900.jpeg |
| Hintergrund | Sekundärliteratur, Recherche-PDFs | Hintergrund_FluchtVertreibung_1944-1946.pdf |
| Scan | Sonstiger Scan ohne eigene Kategorie | Scan_Sterbeanzeige_HermannMueller_1975.pdf |
_ statt dessen._S01, _S02, _S03 …KlaraMueller, AugusteMueller.Aus einem Album-PDF entstehen in fünf Phasen einzelne in Gramps Web verwertbare Foto-Datensätze.
Einmalig pro Album:
Album_GRUEN_01.pdf)Pro Foto: PDF im Viewer aufmachen, gewünschte Seite anzeigen, mit Snipping-Tool den Bereich des Fotos markieren, Bild zwischenspeichern. Bei Bedarf mit IrfanView/GIMP zuschneiden und drehen.
Vor dem Upload den Dateinamen nach Konvention vergeben (siehe Kapitel 13):
AlbumGRUEN_KlaraInSonnental_1955.jpeg
Bei reinen Porträts kannst Du die Region weglassen und einfach die Person als „abgebildete Person" verknüpfen.
Das PDF bleibt als Medium an der Album-Quelle. Jedes extrahierte Einzelfoto ist ein zusätzliches eigenes Medium, das per Zitat auf dieselbe Album-Quelle verweist. Region-Markierung gibt es nur auf Bildern, nicht auf PDFs.
Notizen sind das Sammelbecken für Freitext, der in kein anderes Feld passt. Aber: Was in ein anderes Feld passt, gehört NICHT in die Notiz (Prinzip 1, Kapitel 01).
| Information | Gehört nicht in die Notiz, sondern in: |
|---|---|
| Geburtsdatum | Datumsfeld des Geburts-Ereignisses |
| Beruf | Beruf-Ereignis |
| Ort | Ortsliste |
| Status der Recherche | Etiketten-System (R-Etiketten) |
| Historischer Hintergrund | Eigene H-Quelle (siehe Kapitel 20) |
Gramps Web hat ein integriertes Aufgabensystem. Aufgaben werden technisch als Quellen mit Etikett „Aufgabe" gespeichert und sind so auch in Gramps Desktop sichtbar.
[VERB] [WAS] [WO/WER] [WARUM, optional]
| Gut | Schlecht |
|---|---|
| Geburtsurkunde Hermann Müller beim Standesamt Lindendorf anfragen — für Stammbaum Generation +1 | Mal nachsehen (was, wo?) |
| Album GRÜN Seite 12–18 transkribieren — beschriftet von Auguste Müller | Hermann recherchieren (zu unspezifisch) |
| Westpreußisches Kirchenbuch Lindendorf prüfen, ob Hermann 1898 dort getauft wurde | Album sortieren |
| Status | Wann setzen |
|---|---|
| Offen | Neu erstellt, nicht begonnen |
| In Arbeit | Gerade dran |
| Wartet auf Antwort | Behörde angeschrieben, Antwort steht aus |
| Erledigt | Abgeschlossen, mit Ergebnis-Notiz |
| Verworfen | Sich erledigt, nicht weiter verfolgt |
Eine Aufgabe trägt zusätzlich R5-Zu prüfen (eigene Recherche) oder R6-Wartet auf (externe Antwort offen). So tauchen offene Aufgaben in der R-Filter-Ansicht auf.
Etiketten sind Gramps Webs Werkzeug zur schnellen Orientierung. Jedes Objekt — Person, Ereignis, Quelle, Medium — bekommt mindestens ein Q-Etikett. Etiketten werden farbig dargestellt und können in Listen gefiltert werden.
Wie belastbar ist die Information? Ampelfarben Grün → Gelb → Rot. Ein Q-Etikett pro Objekt.
| Etikett | Hex | Wann setzen |
|---|---|---|
| Q-Belegt | #27AE60 | Quelle vorhanden, eindeutig. Standardfall bei Urkunden und Primärdokumenten. |
| Q-Vermutet | #F39C12 | Plausible Annahme aus Indizien, kein harter Beleg. |
| Q-Strittig | #E74C3C | Widersprüchliche Quellen — beide bleiben erfasst, primäre ist markiert. |
| Q-Unbelegt | #95A5A6 | Aussage ohne Quelle. Soll vermieden werden — gleich Recherche-Aufgabe anlegen. |
Bearbeitungszustand mit Nummerierung für korrekte Sortierung. R1–R4 sind der Lebenszyklus, R5 und R6 Sonderzustände.
| Etikett | Hex | Wann setzen |
|---|---|---|
| R1-Eingang | #AED6F1 | Gerade hinzugefügt, noch nichts weiter gemacht. Standard für neue Quellen. |
| R2-Zu sortieren | #5DADE2 | Sammelobjekt, muss in Einzelstücke zerlegt werden (z. B. großes Album-PDF). |
| R3-Zu zuordnen | #3498DB | Quelle ist im System, aber Zitate fehlen noch. |
| R4-In Arbeit | #1F618D | Wird aktiv bearbeitet — andere sollten nicht parallel arbeiten. |
| R5-Zu prüfen | #1A5276 | Konkrete offene Frage. Frage im Notizfeld formulieren. |
| R6-Wartet auf | #85929E | Externer Input nötig. Eigene Arbeit ruht. |
Für Quellen, die nicht eine konkrete Person-Aussage belegen, sondern den historischen Rahmen liefern. An mehrere Personen verknüpfbar, wiederverwendbar (siehe Kapitel 20).
| Etikett | Hex | Wann setzen |
|---|---|---|
| H-Hintergrund | #B7950B | Allgemeines historisches Hintergrund-PDF (Krieg, Migration, Epoche). |
| H-Region | #935116 | Hintergrund zu einer Region (Stadt, Provinz, Landstrich). |
| H-Beruf | #784212 | Hintergrund zu einem Berufsstand oder einer Tätigkeit. |
S-Etiketten werden zusätzlich zu Q- und R-Etiketten gesetzt. Sie markieren etwas dauerhaft Besonderes.
| Etikett | Hex | Wann setzen |
|---|---|---|
| S-Schlüsselereignis | #D4A017 | Prägendes Lebensereignis: Geburten, Todesfälle, Heiraten von Schlüsselpersonen; Migrationen; Tiefpunkte. |
| S-Privat | #5A5A5A | Sensibler Inhalt. Nur Owner/Editor sehen das Objekt. Für Material zu lebenden Personen oder schmerzhaften Themen. |
Für spätere Synthese-Arbeiten. Gruppiert Inhalte nach geplanten Schreibthemen. Beim Buchschreiben gezielt filterbar: „Alle Quellen für Kapitel V".
| Etikett | Hex | Wann setzen |
|---|---|---|
| B-Buch-K-I bis VIII | #8E44AD | Pro Buchkapitel ein eigenes B-Etikett (römische Zahl I–VIII einsetzen). |
| B-Blog-Idee | #BB8FCE | Material, das einen Blog-Artikel anregen könnte. |
R1-Eingang → R2-Zu sortieren → R3-Zu zuordnen → R4-In Arbeit → Q-Belegt. Sobald Q-Belegt gesetzt ist, werden alle R-Etiketten entfernt. R5 und R6 können jederzeit zusätzlich gesetzt werden.
Diese Empfehlung ist die wichtigste Neuerung gegenüber dem klassischen Stammbaum: Historisches Hintergrundwissen wird als eigene Quelle erfasst, nicht in den Personennotizen.
Jede Aussage in einem Familienbuch gehört zu einer von vier Ebenen. Klar zu trennen, was zu welcher Ebene gehört, ist die wichtigste Vorbereitung des Buchprojekts — und gleichzeitig eine Datenbank-Hygiene-Frage.
| Ebene | Was | Wohin |
|---|---|---|
| 1 — Personen- und Ereignis-Fakten | Was diese konkrete Person konkret getan hat. „Hermann floh im Februar 1945 aus Lindendorf." | Als Ereignis bzw. Notiz am Ereignis |
| 2 — Primärquellen | Was die Person selbst zu ihrer Erfahrung gesagt hat. Brief Hermanns an Auguste, März 1945. | Als Quelle ans Ereignis, mit Zitaten |
| 3 — Historischer Hintergrund | Was um die Person herum geschah, unabhängig von ihr. „Flucht und Vertreibung 1944–1946." | Eigene Quelle vom Typ Hintergrund, NICHT in Hermanns Personennotiz |
| 4 — Synthese im Buch | Biografischer Faden + Hintergrund-Einschub + Brief-Zitat + sprachliche Form | Schreibarbeit, kein Datenbank-Eintrag |
Beispiel: „Flucht und Vertreibung 1944–1946" als Quelle für die Familie Müller.
Hintergrund_FluchtVertreibung_1944-1946.pdf.Wir legen die Familie um Klara Müller (Tochter von Hermann und Auguste) und Friedrich Schmidt an. Sie haben zwei eheliche Söhne: Stefan und Andreas.
Bei jeder dieser Personen: gleich das Geburts-Ereignis anlegen (Datum, Ort, Quelle), bei Bedarf auch Tod und weitere Person-Ereignisse (Beruf, Wohnsitze).
Den Beziehungstyp Birth musst Du jedes Mal aktiv auswählen. Bleibt das Feld leer, ist die Beziehung formal Unknown — sieht später in Berichten merkwürdig aus.
Elisabeth Müller (Schwester von Klara) bekommt 1958 ein Kind: Thomas. Vater nicht ermittelt. Thomas trägt den Mädchennamen seiner Mutter — Müller, nicht etwa einen erfundenen Vatersnamen.
| # | Objekt | Wie genau |
|---|---|---|
| 1 | Person Elisabeth Müller | Falls noch nicht vorhanden, normal anlegen. |
| 2 | Person Thomas Müller | Geburtsname Müller (= Müttername). Vorname Thomas. Geschlecht männlich. Geburts-Ereignis: Datum, Ort, Quelle (Geburtsurkunde). |
| 3 | Notiz an Person Thomas | Wortlaut: „Uneheliches Kind. Trägt den Mädchennamen der Mutter Elisabeth Müller. Biologischer Vater nicht rechtlich anerkannt / nicht ermittelt." |
| 4 | Familie anlegen | Vater-Feld LEER LASSEN (keinen Platzhalter „NN" eintragen!). Mutter: Elisabeth Müller. |
| 5 | Beziehungstyp der Familie | Unverheiratet oder Single Parent — NIEMALS leer lassen. |
| 6 | Thomas in der Familie hinzufügen | Als Kind. Beziehung zur Mutter: Birth. Vater-Beziehung: leer (entspricht Unknown). |
| 7 | Etiketten an Thomas | Q-Belegt (Geburtsurkunde da). Bei Bedarf S-Schlüsselfigur. |
Versuche nicht, einen unbekannten Vater als „NN Müller" oder „Unbekannt Müller" als Platzhalter-Person einzutragen. Das verschmutzt die Personensuche, verzerrt Statistiken und macht Berichte unbrauchbar. Ein leeres Feld bedeutet in Gramps: unbekannt — das ist die korrekte Information.
Nach der Geburt von Thomas heiratet Elisabeth 1962 Werner Bruns. Aus dieser Ehe stammen die Töchter Karin und Petra. Wichtig: Das ist eine zweite, separate Familie — nicht etwa eine Erweiterung der „Familie Thomas".
| # | Objekt | Wie genau |
|---|---|---|
| 1 | Person Werner Bruns | Neu anlegen, falls noch nicht vorhanden. |
| 2 | Zweite Familie anlegen | Vater: Werner Bruns. Mutter: Elisabeth Müller — dieselbe Person wie in Kapitel 20! Nicht doppelt anlegen. |
| 3 | Beziehungstyp | Verheiratet. |
| 4 | Heirats-Ereignis an der zweiten Familie | Datum, Ort, Quelle (Heiratsurkunde, Familienbuch). |
| 5 | Person Karin Bruns | Geburtsname Bruns. Eigene Geburts-Ereignis-Daten. |
| 6 | Karin in der zweiten Familie hinzufügen | Beziehung zu beiden Eltern: Birth. |
| 7 | Person Petra Bruns + hinzufügen | Analog Karin. |
| Person | Mutter | Vater | Geschwister / Halbgeschwister |
|---|---|---|---|
| Thomas Müller | Elisabeth Müller | — (unbekannt) | Halbschwestern: Karin, Petra |
| Karin Bruns | Elisabeth Müller | Werner Bruns | Vollschwester Petra · Halbbruder Thomas |
| Petra Bruns | Elisabeth Müller | Werner Bruns | Vollschwester Karin · Halbbruder Thomas |
| Fall | Wie |
|---|---|
| Adoption | Biologische Familie + Adoptivfamilie beide erhalten. Kind in Adoptivfamilie mit Beziehung Adopted. Ereignis „Adoption" an der Adoptivfamilie. |
| Vormundschaft / Pflege | Keine Familie, sondern Person Association (Personen-Beziehung). |
| Namensänderung | Mehrere Namen pro Person mit Typ Birth Name / Also Known As / Married Name. Den spätesten als primär markieren. Ereignis „Namensänderung" pro Urkunde. |
| Sukzessive Ehen | Pro Ehe eine eigene Familie. Heirat als Ereignis an jeder Familie. Scheidung als zusätzliches Ereignis. |
| Halbgeschwister | NIE manuell verknüpfen — Gramps erkennt automatisch gemeinsame Elternteile. |
Die Halbgeschwister-Beziehung zwischen Thomas und Karin/Petra ergibt sich automatisch daraus, dass Elisabeth in beiden Familien als Mutter eingetragen ist. Würdest Du das von Hand verknüpfen, hättest Du doppelte Information und Inkonsistenzen bei späteren Korrekturen.
Du hast ein Familienstammbuch in der Hand — gedruckt 1966, ausgestellt anlässlich der Heirat Klara × Friedrich Schmidt. Es enthält die Heiratsurkunde, die kirchliche Trauung, Geburtsdaten beider Eheleute, deren Eltern, später nachgetragen die Geburten von Stefan und Andreas. Wie legst Du das in Gramps Web ab?
| Ebene | Was es ist | Beispiel |
|---|---|---|
| Aufbewahrungsort | Wo das Original liegt | Privatbesitz Andreas Schmidt |
| Quelle | Das Dokument selbst | Familienstammbuch Schmidt-Müller, 1966 |
| Zitat | Konkrete Fundstelle für EINE Aussage | Seite 2, Eintrag „Mutter" |
Stammbuch_Schmidt-Mueller_S01.jpeg, _S02.jpeg, …Stammbuch_Schmidt-Mueller_Komplett.pdf.| Belegte Aussage (Beispiel) | Wo das Zitat hingehört |
|---|---|
| Heirat 07.07.1966 in Hannover | Familie Klara × Friedrich → Heirats-Ereignis → Datum & Ort |
| Kirchliche Trauung am selben Tag | Familie Klara × Friedrich → Ereignis „Kirchliche Trauung" |
| Friedrich Schmidt, Beruf Elektriker | Person Friedrich → Beruf-Ereignis |
| Klara, Beruf Kontoristin | Person Klara → Beruf-Ereignis |
| Klaras Vater: Hermann Müller, wohnhaft Hannover | Person Klara → Eltern-Verknüpfung + Aufenthalt-Ereignis Hermann |
| Klaras Mutter: Auguste Müller geb. Schneider | Person Klara → Eltern-Verknüpfung. Person Auguste → Geburtsname Schneider. |
| Geburt Stefan Schmidt 1968 (nachgetragen) | Person Stefan → Geburts-Ereignis |
Du legst das Familienstammbuch genau EINMAL als Quelle an, auch wenn Du daraus zwanzig Einzelfakten belegst. Jeder Fakt wird ein Zitat, das auf dieselbe Quelle zeigt.
Eine Urkunde ist die stärkste Quellenart. Konfidenz typischerweise Sehr hoch. Eine Geburtsurkunde belegt mehrere Tatsachen gleichzeitig, die jeweils ein eigenes Zitat bekommen.
Dateiname nach Konvention: Urkunde_GeburtKlaraMueller_1944-01-12.jpeg
Geburtsurkunde Klara Müller, 1944| Belegte Aussage | Zitat-Ziel | Konfidenz |
|---|---|---|
| Geburtsdatum 12.01.1944 | Person Klara → Ereignis Geburt → Datum | Sehr hoch |
| Geburtsort Musterstadt | Person Klara → Ereignis Geburt → Ort | Sehr hoch |
| Mutter Auguste Müller geb. Schneider | Familie Hermann × Auguste → Klara als Kind | Sehr hoch |
| Vater Hermann Müller | Familie Hermann × Auguste → Klara als Kind | Sehr hoch |
| Geburtsname Schneider für Auguste | Person Auguste → Geburtsname | Sehr hoch |
Pro Zitat: Datum der Einsichtnahme (heute), Seite/Fundstelle (z. B. „Eintrag Nr. 47/1944"), Konfidenz „Sehr hoch (Original eingesehen)".
Ein Brief belegt typischerweise mehrere Fakten — Wohnort, Gesundheit, Familienereignisse. Konfidenz meist Hoch (Aussagen aus erster Hand, aber keine amtliche Urkunde).
Jede Seite einzeln: Brief_AugusteAnKlara_1955-01-14_S1.jpeg, _S2.jpeg, …
Brief Auguste Müller an Klara, 14.01.1955Volltext-Transkription, Zeile für Zeile.
[unleserlich] oder [Wort?]~~durchgestrichen~~«eingeschoben»Olemburg [oder: Oldenburg?]| Aussage im Brief | Zitat-Ziel | Konfidenz |
|---|---|---|
| Klara ist in Sonnental angekommen | Ereignis „Aufenthalt Klara in Sonnental 1955" | Hoch |
| Auguste lebt in Musterstadt in einer Wohnung | Person Auguste → Aufenthalt 1955 | Hoch |
| Hermann ist krank und schläft viel | Person Hermann → Notiz Gesundheit | Normal |
| Elisabeth hat ein Kind bekommen | Person Elisabeth → Ereignis Geburt Thomas | Hoch |
Mündliche Erzählungen sind die fragilste, aber oft wertvollste Quellenart der Familiengeschichte.
Mündliche Erzählungen haben fast nie Konfidenz Sehr hoch. Normal bei direkter Erinnerung an Selbsterlebtes, Niedrig bei Hörensagen, Sehr niedrig bei Familienmythen ohne weitere Belege.
Fragenliste vor dem Gespräch erstellen: offene Personen, Ereignisse, Orte, hängende Aufgaben in der Datenbank.
| Methode | Konfidenz-Gewinn | Aufwand |
|---|---|---|
| Tonbandaufnahme + Transkription | Hoch — verifizierbar | Hoch |
| Mitschrift während des Gesprächs | Mittel | Mittel |
| Gedächtnisprotokoll im Anschluss | Niedrig — Erinnerungsfilter | Niedrig |
Erzählung Klara Schmidt, 09.05.2026, KindheitProtokoll strukturiert nach Themen, nicht nach Reihenfolge des Gesprächs. Audiodatei (falls vorhanden) als Medium anhängen.
| Art der Erinnerung | Konfidenz |
|---|---|
| Eigenes Erleben aus jüngerer Vergangenheit („Ich war 1955 im Heim Sonnental") | Hoch |
| Länger Zurückliegendes oder gut erinnertes Hörensagen | Normal |
| Vage Erinnerungen, Familienmythen | Niedrig |
| Widerspruch zu anderen Quellen | Sehr niedrig |
Schwierig wird es in der Stammbaum-Pflege bei den Sonderkonstellationen: Adoption, Vormundschaft, Namensänderungen, unbekannte Eltern. Genau diese Fälle häufen sich in jeder längeren Familiengeschichte.
Bei Adoption hat ein Kind zwei Familien gleichzeitig in der Datenbank. Beide bleiben erhalten.
Vormundschaft ist keine Adoption. Das bildet man nicht als Familie ab, sondern als Beziehung zwischen Personen (Person Association).
Beispiel: Klara hatte mehrere dokumentierte Namensänderungen.
Beispiel: Hermann Müllers Vater ist nicht ermittelt.
Nicht explizit anzulegen — sie ergeben sich automatisch aus geteilten Elternverknüpfungen. Voraussetzung: dieselbe Person ist in beiden Familien als Elternteil eingetragen.
Beispiel: Für Hermann Müller sagt eine Quelle 1898, eine andere 1899. So gehen wir vor:
Beide dürfen erfasst werden — die Primärquelle hat aber immer die höhere Konfidenz.
| Aussage | Primäre Quelle | Sekundäre Quelle |
|---|---|---|
| Klara wurde 1944 geboren | Geburtsurkunde 1944 (Original) | Erzählung von Klara heute |
| Auguste und Hermann heirateten 1928 | Heiratsurkunde 1928 | Familienstammbuch mit Datum |
| Hermann kam aus Lindendorf | Geburtsurkunde Lindendorf 1898 | Erzählung der Tochter Elisabeth |
Webseiten verschwinden oder ändern sich. Sicherung:
Ancestry: Hermann Müller, aufgerufen 04.05.2026Manche Quellen bestehen aus Teilen, die wiederum eigenständige Quellen sind. Gramps Web erlaubt hierarchische Strukturierung: eine übergeordnete Sammlung, in der Einzelquellen enthalten sind.
Zitate immer an der spezifischsten zitierbaren Quelle ansetzen — nicht an der übergeordneten Sammlung.
Gramps Web stellt eine globale Karten-Ansicht bereit — keine personen- oder familienspezifischen Modi wie in Gramps Desktop. Was Gramps Web stattdessen sehr stark macht: die Kombination aus Zeitschieber und historischer Karte (OpenHistoricalMap).
| Funktion | Was sie tut |
|---|---|
| Alle Orte mit Koordinaten | Jeder erfasste Ort des Trees wird als Pin angezeigt |
| Layer-Wähler (unten links) | Umschalten zwischen Basiskarte (OpenStreetMap, heute) und Historischer Karte (OpenHistoricalMap) |
| Zeitschieber (unten) | Filtert die Pins nach Ereignis-Datum innerhalb einer einstellbaren ±-Spanne |
| Custom Overlay | Eigene georeferenzierte historische Karten als Bild-Overlay (z.B. Kataster von 1860) |
Personen-Karte (GeoPerson) und Bewegungs-Karte (GeoMoves) sind in Gramps Web nicht implementiert — sie existieren nur in Gramps Desktop. Wer Karteneffekte pro Person braucht: Tree per Web-Sync-Add-on in Desktop-Gramps öffnen.
Wenn Du einen Ahnen um 1850 in Schlesien erfassen willst und sehen möchtest, wie die Region damals aussah: Zeitschieber auf 1850 ± 10 stellen und Layer-Wähler auf Historische Karte. Plötzlich siehst Du die deutschen Provinzgrenzen, die heute nicht mehr existieren, und kannst kontrollieren, ob der Ortsname stimmt.
OHM wird gemeinschaftlich gepflegt. Für Deutschland sind viele Bereiche schon ordentlich erfasst, für Osteuropa und andere Regionen oft noch dünn. Wenn der historische Layer leer wirkt: vermutlich gibt es für Deinen Bereich noch keine OHM-Daten.
Diese Tabelle ist der Schnellgriff: Du hast ein Dokument in der Hand und willst wissen, wie es einsortiert wird.
| Dokumenttyp | Quelle? | Wie genau ablegen |
|---|---|---|
| Geburtsurkunde | Ja, einzeln | Aufbewahrung: Standesamt Musterstadt. Scan in Galerie an der Quelle. Zitate an: Geburtsdatum (Person), Geburtsort (Person), Mutter (Familienverknüpfung), Vater (Familienverknüpfung), Geburtsname Mutter. |
| Heiratsurkunde | Ja, einzeln | Aufbewahrung: Standesamt. Zitate an: Heirats-Ereignis der Familie, ggf. Wohnort der Partner, Berufe. |
| Sterbeurkunde | Ja, einzeln | Aufbewahrung: Standesamt. Zitate an: Tod-Ereignis der Person, ggf. Todesursache (Notiz), Bestattungsort. |
| Familienbuch / Stammbuch | Ja, EIN Stammbuch = EINE Quelle | Aufbewahrung: Privatbesitz. PDF + Einzelseiten in Galerie. Pro Eintrag ein Zitat. Bei NS-zeitlichen Stammbüchern: Begleitdokument verlinken. |
| Brief / Postkarte | Ja, EIN Brief = EINE Quelle | Aufbewahrung: Privatbesitz. Scans nummeriert in Galerie. Pro belegtem Fakt ein Zitat. |
| Fotoalbum (PDF) | Ja, das ganze Album = EINE Quelle | PDF an Album-Quelle. Einzelfotos extrahieren und als eigene Medien hochladen. Zitat zur Album-Quelle bei jedem Einzelfoto. Region-Markierung nur auf Bildern, nicht auf PDFs. |
| Einzelfoto (frei stehend) | Optional als eigene Quelle | Wenn das Foto die einzige Belegquelle ist (z. B. Atelier-Stempel auf der Rückseite). Sonst nur als Medium an Personen/Ereignissen. |
| Zeugnis / Diplom | Ja, einzeln | Pro Abschluss eine Quelle „Zeugnis [Name] [Abschluss] [Jahr]". Zitat an Schul-/Studien-Abschluss-Ereignis. |
| Mündliche Erzählung | Ja, datiert | Quelle: „Erzählung [Person], [Datum], [Thema]". Konfidenz NORMAL. Zitate an die belegten Ereignisse. |
| Adressbuch / Meldekarte | Ja | Pro Erscheinungsjahr eine Quelle. Aufbewahrung: Stadtarchiv. Zitate an Aufenthalt-Ereignisse. |
| Online-Quelle (Ancestry o. ä.) | Ja, mit Datum der Einsichtnahme | Vollständige URL im Beschreibungsfeld. Screenshot als Medium. Optional Wayback-Machine-URL. |
| Kirchenbuch-Eintrag | Ja, einzeln | Aufbewahrung: Kirchenarchiv. Zitate an: Taufe, Trauung, Bestattung — je nach Eintragstyp. |
| Militärdokument (Wehrpass, Auszeichnung) | Ja, einzeln | Aufbewahrung: Bundesarchiv oder Privatbesitz. Zitate an Militärdienst-Ereignis, Auszeichnungs-Ereignis. |
| Historisches Hintergrundbuch | Ja, mit H-Etikett | Z. B. „Flucht und Vertreibung 1944–1946". Etikett H-Hintergrund. An mehrere Personen verknüpfen. |
| Karte (historischer Stadtplan) | Optional | Wenn als Belegquelle für einen Ort. Etikett H-Region. |
| Erbenfragebogen / Testament | Ja, einzeln | Aufbewahrung: Amtsgericht oder Privatbesitz. Zitat an Tod-Ereignis, Erben-Beziehungen. |
| Falsch | Richtig |
|---|---|
| Unbekannten Vater als Person „NN Müller" anlegen | Vater-Feld in der Familie leer lassen. Beziehungstyp Unverheiratet / Single Parent setzen. |
| Geburten der Kinder am Familien-Objekt anlegen | Geburt = Ereignis des Kindes, hängt an der Person. Familie verbindet über Beziehungstyp Birth. |
| Beziehungstyp Birth leer lassen, weil „klar" ist, dass es das leibliche Kind ist | Birth EXPLIZIT auswählen. Leer = Unknown. |
| Beziehungstyp der Familie leer lassen | Immer setzen: Verheiratet / Unverheiratet / Lebenspartnerschaft / Geschieden. |
| Halbgeschwister manuell verknüpfen | Sie ergeben sich automatisch aus gemeinsamem Elternteil in zwei Familien. |
| Pro Person ein eigenes Reise-Ereignis | EIN Ereignis, alle Teilnehmer als Personen verknüpft. |
| Dasselbe Foto in drei Galerien hochladen | EIN Medienobjekt, dreifach verknüpft. |
| Ort als Freitext „Musterstadt" in das Feld tippen | Ort einmal in der Ortsliste anlegen, dann referenzieren. |
| Inkonsistente Benennung: „Reise nach Italien 1985" vs. „Italienurlaub 85" | Strikt der Namenskonvention folgen: „Reise nach [Ort], [Saison] [Jahr]". |
| Reise als „Aufenthalt" eintragen | „Reise" — Aufenthalt ist für Lebensmittelpunkte ab 3 Monaten. |
| Belegmaterial ohne Quelle (Zeugnisfoto nur in Galerie) | Zeugnisfoto in Galerie UND eigene Quelle mit Zitat. |
| Ein Brief mehrfach als Quelle anlegen, weil er fünf Fakten belegt | Eine Quelle, fünf Zitate auf dieselbe Quelle. |
| „Unbekannt" oder „???" in Namensfelder tippen | Feld leer lassen — Gramps zeigt automatisch einen Platzhalter. |
| Eigene Ereignistypen erfinden | Die in Gramps eingebauten Typen verwenden (Aufenthalt, Schulabschluss, Akademischer Grad …). |
| Historischen Hintergrund in Personennotizen quetschen | Als eigene H-Quelle anlegen, an alle relevanten Personen verknüpfen. |
| Straße als eigene Ortsebene für jeden Sterbeort einer Großtante | Straße + Hausnummer nur bei besonderer Relevanz (Geburtshaus, historisches Gebäude). |
Vor dem ersten Speichern eines neuen Datensatzes einmal durchgehen:
Wenn Du das nächste Mal eine neue Person anlegst, kannst Du diese Liste daneben legen. Reihenfolge bewusst von oben nach unten.